Forschung

24
Jan
2007

Schlankheit essen

Laut einer Studie des Forschungsinstitut Leatherhead Food für die USA, Japan und die fünf wichtigsten Länder Europas wurden bereits im Jahr 2005 "funktionelle Lebensmittel" im Wert von 16 Milliarden US-Dollar verkauft. Bis 2010 soll der Umsatz auf 24,6 Milliarden Dollar steigen; das stärkste Wachstum wird mit rund 79 Prozent in Europa erwartet.
Während der Markt derzeit von einfachen probiotischen Joghurts und ballaststoffreichen Müslis dominiert wird, gehen die Pläne der Lebensmittel-Forscher deutlich weiter: Konzerne wie Danone, Nestlé und Unilever arbeiten mit Hochdruck daran, ihren Produkten durch künstliche oder konzentrierte natürliche Substanzen einen größeren Zusatznutzen zu verpassen. Experten prognostizieren wachsende Anteile von Lebensmitteln, die präventiv gegen die großen Volkskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs wirken sollen.
Doch obwohl viele Verbraucher in Umfragen großes Interesse für derlei Essen aus dem Labor zeigen, scheint sein Potenzial vorerst begrenzt: Das Leatherhead-Institut erwartet, dass sein Marktanteil in den nächsten 10 bis 15 Jahren maximal fünf Prozent erreicht. Auch Bernhard Bührlen, Projektleiter für den Bereich Gesundheitsforschung am Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung, sieht functional food trotz vieler neuer Angebote auf absehbare Zeit eher in einer Nische.
Seit Beginn dieses Jahres gelten einheitlich für die Europäische Union neue Regeln für gesundheitsbezogene Aussagen, so genannte "health claims", in der Werbung: Nach der Verordnung dürfen Lebensmittelhersteller zwar eine positive gesundheitliche Wirkung ihrer Produkte bewerben – aber eben nur dann, wenn diese Wirkung mit wissenschaftlich anerkannten Methoden untermauert ist.
Technology Revue

Alkoholiker haben keinen Humor

Alkoholiker verstehen die Pointen von Witzen weniger gut als Gesunde. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Instituts für Kognitive Neurowissenschaft der Ruhr-Universität Bochum. Kern der Studie ist ein Vergleichsexperiment, bei dem 29 alkoholkranke und gleich viele gesunde Probanden mit unfertigen Witzen konfrontiert wurden. "Werden Alkoholiker aufgefordert, aus einer Auswahl die richtige Pointe zu wählen, so liegen sie oft falsch. Daher kann man von einer verminderten kognitiven Humorverarbeitung sprechen", erläutert Jennifer Uekermann, wissenschaftliche Leiterin der Studie, im Gespräch mit pressetext.
Der Versuch zeigte, dass vor allem bei Alkoholikern eine Reihe von kognitiven Störungen bei der Interpretation von Witzen auftraten. Insbesondere bei der Wahrnehmung und Interpretation von emotionalen Gesichtern und Sprache hatten Alkoholkranke wesentlich mehr Probleme als gesunde Testpersonen. "Man nimmt daher an, dass besonders ein stirnseitiger Bereich des Frontallappens der Großhirnrinde für die giftige Wirkung des Alkohols anfällig ist", so Uekermann. Diese Hypothese bestätigte sich auch im Experiment weitgehend.
"Damit wir einen Witz überhaupt verstehen können, benötigen wir die Fähigkeit, uns in die Lage der handelnden Akteure hineinzuversetzen - uns also vorstellen zu können, was in Akteur X vorgeht, wenn er mit Akteur Y spricht oder umgekehrt", meint die Expertin. Diese Fähigkeiten, auch "Theory of Mind" genannt, spielen in der Großhirnrinde eine zentrale Rolle. Erst damit kommt der Witz in seiner Pointe entsprechend zum Ausdruck. Alkoholiker wählten unter den Witze-Enden im Gegensatz zu gesunden Testpersonen seltener die korrekten Pointen aus. Hinzu kommt, dass alkoholkranke Teilnehmer stattdessen eher zu Slapstick-Alternativen und logischen Endungen neigten. Diese beurteilte ein Großteil der Betroffenen jedoch als nicht sehr witzig, wobei die korrekten, lustigsten Pointen ausgespart blieben. Aus diesem Grund geht Uekermann von Beeinträchtigungen der affektiven und kognitiven Humorkomponenten bei Alkoholismus aus.
Die Verarbeitung humorvoller Reize ist nicht nur für soziale Beziehungen wichtig, sondern wirkt sich auch direkt auf das Immunsystem sowie die Stressbewältigung aus. Uekermann erklärt, dass die Fähigkeit Humor zu verstehen mit der Entdeckung einer so genannten Inkongruenz einhergeht. Diese ist in ihrer Aufklärung bedeutsam für das Verständnis eines Witzes. Interessant ist, dass die Probleme immer dann auftraten, wenn beide Stufen der Humorverarbeitung nötig waren. Dies weist auf Defizite bei der Humorverarbeitung durch die "Theory of Mind" hin. Auf Nachfrage von pressetext erachtet die Wissenschaftlerin dieses Wissen vor allem im Kontext von möglichen Therapieansätzen für unabdingbar. "Klappt die Verarbeitung humorvoller Reize nicht oder nur mangelhaft, kann dies auch leicht zu zwischenmenschlichen Problemen führen". Laut Uekermann hilft dieses Wissen bei möglichen Therapien und beim sozialen Umgang mit Alkoholikern. Sie plädiert daher für ein soziales Kompetenztraining für beide Seiten, das Intoleranz und Aggressivität vorbeugen könnte.

23
Jan
2007

Alzheimer Impfstoff

Ein Pflaster, das einen Impfstoff gegen Alzheimer an die Haut abgibt, ist sicher und wirksam. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der University of South Florida gekommen. Das Pflaster konnte Mäuse von Gehirn schädigenden Plaquen befreien. Die Forscher gehen davon aus, dass der Einsatz eines Pflasters einen einfacheren Schutz gegen die Krankheit leisten kann als eine konventionelle Impfung mittels Spritze. Für Alzheimer ist der Aufbau von Beta-Amyloid im Gehirn charakteristisch, wo sich das Protein sammelt und schließlich Plaquen bildet. Der über die Haut verabreichte Impfstoff regt das Immunsystem dazu an, ein Beta-Amyloid-Protein zu erkennen, es anzugreifen und abzubauen. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.
Die Wissenschafter testeten das Hautpflaster an Mäusen mit einer altersbedingten Degeneration, die einer Alzheimererkrankung ähnlich ist. Es zeigte sich, dass es nicht zu jenen toxischen Nebenwirkungen wie bei einem mittels Injektion verabreichten Impfstoff kam. Die klinischen Tests waren damals bereits in einem sehr frühen Stadium abgebrochen worden. Das Team geht davon aus, dass die so genannten Langerhans-Zellen, spezialisierte Immunzellen in der Haut, eine positive Reaktion des Körpers ermöglichen.
Der leitende Wissenschafter Jun Tan erklärte, dass damit erstmals nachgewiesen sei, dass eine Immunisierung über die Haut wirksam sein kann. Das Team führt derzeit weitere Untersuchungen durch. Ziel ist es laut BBC zu ermitteln, ob der Impfstoff bei Mäusen auch den Gedächtnisverlust verringern kann. "Zeigen diese Studien klare Vorteile, sind klinische Tests zur Evaluierung von entsprechenden Pflastern oder einer topischen Creme berechtigt."
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@skydance
Eine etwas kulantere Haltung hätte ich schon erwartet....
help - 23. Jan, 16:50

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